Caro Columna

Der Traum vom Eigenheim II

Momentchemal Ihr Lieben,

vor 2 (!) Monaten habe ich Euch berichtet, warum wir unser Traumhaus suchten und wie wir es fanden. Heute erzähle ich Euch von weniger romantischen Dingen – von Banken und Krediten, von Notar und Kaufvertrag und viiiiel Bürokratie.

Glücklich kann derjenige sich schätzen, der eine Immobilie aus der Portokasse zahlen kann. Die anderen und wahrscheinlich allermeisten müssen zur Bank und einen Kredit aufnehmen. Klar hatten wir uns bereits vorher über Kredite informiert und die Rahmenbedingungen gecheckt. Alles sei doch gar kein Problem und daher waren wir anfangs auch recht euphorisch! Wenn es aber ernst wird, ist es plötzlich gar nicht mehr so problemlos. Drei Banken haben wir angefragt: Von einer warten wir heute noch auf einen Beratungstermin und bei zweien gab es einen Termin und dazu noch einige Auflagen: Nachweis von Gehalt und Eigenkapital und Schufa-Auskunft – klar, die Banken wollen ihr Risiko möglichst gering halten, aber Kontoauszüge der letzten 24 Monate? Die Bank, die dies verlangte, war schnell aus dem Rennen… Als brave Angestellte mit festem Monatsgehalt hatten wir zunächst keine Bedenken, aber: Probezeit? Gar nicht gut. Befristetes Arbeitsverhältnis? Auch nicht so gut. Diese Unwegsamkeiten sollten schnell beseitigt werden.

Doch Kredit ist nicht gleich Kredit: Wie lange soll er mit garantiertem Zinssatz erstmal laufen – 5, 10 oder 15 Jahre? Welche monatliche Tilgung wählen wir? Wollen wir sondertilgen (was nicht bei jedem Kreditvertrag kostenlos ist)? Wieviel brauchen wir überhaupt? Hier haben wir viel gerechnet: Wie hoch ist unser Eigenkapital? Wieviel kostet die Immobilie und wieviel brauchen wir für die Renovierung (schwer abzuschätzen, wenn man ein Haus noch nicht mit all seinen Macken kennt)? Haben wir noch genug Geld für die Hauskaufnebenkosten wie Makler und städtische Gebühren (ca. 11 % des Kaufpreises)?

Als schließlich die Zusage der Bank vorlag, ging es weiter zum Notar. Dieser setzte einen Kaufvertrag auf, den wir vorab zur Einsicht und Kontrolle erhielten. Meine Patentante gab mir den Tipp: Es ist immer gut, wenn die ein oder andere Formulierung im Vertrag von einem selbst stammt. Das ein oder andere wurde daher noch in unserem Sinne geändert bzw. beim Notar zwischen Verkäufer und uns schwer diskutiert (sehr zum Missfallen des Notars). Nur Mut: Es geht schließlich um viel Geld und die Zukunft!

Schließlich trafen wir uns mit Verkäufer und Makler beim Notar. Dieser las im Affenzahn (Schnelllesen gehört offensichtlich zur Ausbildung) den Kaufvertrag vor und konnte nur durch ein „Das habe ich nicht verstanden!“ (und das ist bei diesem Notar-Juristen-Deutsch so Einiges) kurzzeitig gestoppt werden. Und dann ist er da: Der Moment der Unterzeichnung! Kurz nochmal drüber nachgedacht, ob man tatsächlich dieses Haus mit dieser besseren Hälfte kaufen möchte  – und dann schnell unterschrieben. Wow, was für ein Gefühl!

Und dann hieß es erstmal: Warten… und zahlen: Notargebühren, Maklerprovision, Gebühren für Vormerkung und Eintragung im Grundbuch und, und, und. Zwischenzeitlich war es wirklich verrückt: Du zahlst und zahlst, das Geld rinnt durch die Finger und die Haustürschlüssel sind trotzdem noch in weiter Ferne.

Waren alle Vertragsbedingungen erfüllt und die Stadt hatte ihr „okay“ gegeben (denn die hat immer ein Vorkaufsrecht), haben wir schnell bei unserer Bank die Auszahlung des Kredits angewiesen. Sobald der Kaufpreis beim Verkäufer eingegangen war, war die Schlüsselübergabe nur noch der letzte Akt. Was habe ich gemacht, als wir das erste Mal allein ohne Makler und Verkäufer im Haus waren? Ich habe ein kleines Freudentänzchen aufgeführt! Da war die Caro stolz wie Oskar!

So zusammengefasst, klingt alles recht einfach. Doch es waren zwei sehr spannende, nervenaufreibende Monate mit vielen Entscheidungen, Gegenwind und Warten, mit freudigen und hilflosen Tränen, Lachen und eben Freudentänzen.

Jedem, der diesen Weg noch vor sich hat oder sich auf ihm befindet, kann ich als Rheinländerin nur raten: Et hätt noch immer jot jejange! Und wenn man dann in seinem Eigenheim die erste Tapete entfernt, ist es ein großartiges Gefühl.

Eure Caro

Ein Kommentar zu “Der Traum vom Eigenheim II

  1. Pingback: Der Traum vom Eigenheim I | blindfold windows

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s