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Olè Olè – vegan adè!

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Momentchenmal Ihr Lieben,

meine veganen drei Wochen sind rum! Ich würde lügen, würde ich nun sagen, dass sie wie im Flug vergingen. Ganz ehrlich: Endlich sind sie um!!! Meine ärgsten, anfänglichen Befürchtungen sind wahr geworden, so dass ich nun wirklich Respekt vor Veganern habe.

Was hat mir dieses Experiment gebracht? Meine Anfangsfragen waren (teilweise etwas überspitzt):

1. Wie einfach ist die vegane Lebensweise?
2. Geht es mir besser – körperlich und psychisch?
3. Geht es den Tieren besser?

1. Einfach ist hierbei so ziemlich gar nichts. Wie schon beschrieben, handelt es sich bei Veganismus nicht nur um eine Ernährungs-, sondern um eine Lebensweise. Um diese möglichst konsequent durch zu führen, muss man sich sehr gut vor Allem über Inhaltsstoffe und Produktionsprozesse informieren. Umso besser man dies tut, desto mehr Produkte stehen nicht mehr zur Verfügung. Die Hautcreme mit Urea ist tabu, die Tortilla-Sauce mit zugesetztem Milcheiweiß ebenfalls und klarer Apfelsaft dank der Beteiligung von Gelatine an der Herstellung muss durch trüben ersetzt werden.
Was folgt daraus? Eine sehr starke Einschränkung des Speiseplans! Klar, es gibt gewisse Ersatzprodukte (ich möchte meinen vorherigen Artikel ergänzen: Reismilch ist ganz schlimm!), die meist teuer und (für mich) wenig schmackhaft sind. Ihre Zusammensetzung ist in meinen Augen auch kritisch zu sehen (Mein all-time-favorite: Käse aus Kokosfett mit Aromen! Also mal ehrlich…). Ich koche nahezu jeden Tag für mich und bin manchesmal als Vegetarier kreativer und aufgeschlossener als andere Hobby-Köche. Aber in den letzten drei Wochen sind mir die Ideen ausgegangen: Es gab dementsprechend zu häufig Pasta, nahezu jeden Tag Salat (gesund, aber eintönig) und zu meiner Schande: Das ein oder andere Abendessen wurde durch Chips und Flüssigbrot (Ihr versteht 😉 ) ersetzt. Ach ja, zweimal gebacken habe ich auch! Dieser Umstand bringt mich zur nächsten Frage…

2. Nein, mir ging es nicht besser! Ganz im Gegenteil. Ich war ständig müde, fühlte mich erschöpft und hatte permanent Hunger. Mein Körper wollte tierisches Eiweiß und Calcium! So sehr, dass ich eines schönen Nachmittags wie im Tunnel zum Kühlschrank bin, mir ein Stück Käse abgeschnitten und es gegessen habe. Erst eine Stunde später ist mir dieser Fauxpas siedendheiß aufgefallen.
Schlimm genug, dass mein Körper irgendwann keine Lust mehr hatte, aber meine Stimmung litt schließlich auch ganz schön. Diese entwickelte sich mit der Zeit zu einem regelrechten Selbsthass: Mir ging es körperlich nicht gut, ich war vom eingeschränkten Speiseplan total genervt, aber aufhören konnte ich auch nicht – da kann man von sich selbst genervt sein… Ich frage mich, ob dies allen Veganern zunächst so geht und der Zustand sich nachher bessert? Wobei ich (der gängigen ärztlichen und ernährungsmedizinischen Meinung folgend) davon überzeugt bin, dass eine vegane Ernährung ohne Nahrungsergänzungsmittel auf Dauer nicht gesund ist.
Und mein soziales Miteinander hat letzten Endes ebenfalls darunter gelitten: Einen Brunch mit Freunden habe ich abgesagt (über 20,- für paar Marmeladenbrötchen?), den von der Kollegin selbstgemachten Windbeutel mit dem Kommentar „Weil Du so lieb bist!“ hätte ich ausschlagen müssen (was ich nicht getan habe: Ich habe ihn mit einem breiten Grinsen gegessen, er war total lecker und das hat meine Kollegin widerum sehr gefreut – eine Win-Win-Situation) und mein Freund war durch meine schlechte Laune ebenfalls leicht genervt. So tolle Kommentare wie „Schatz, hör` doch einfach auf! Willst Du auch einen Joghurt?“ sind nur begrenzt hilfreich!

3. Habe ich nun etwas für die Tiere getan? Schwer zu sagen. Wobei es natürlich nicht darum geht 1:1 einem Tier zu helfen. Letzten Endes geht es wohl eher darum mit vegetarischer und veganer Lebensweise als Vorbild voran zu gehen und für sich selbst ein gutes Gefühl dabei zu haben. Von daher gilt für mich: Für mich muss kein Tier geschlachtet werden, meinetwegen bin ich an der Ausbeutung der Tiere durch Milchverzehr beteiligt, aber im Gegensatz zu manch Einem hege und pflege ich meine Haustiere. Für mich ist dies ein Mittelweg, mit dem ich sehr gut leben kann.

Die Erkenntis ist die, dass Veganismus nichts für mich ist. Er ist zu aufwendig und schränkt mich zu sehr ein. Er mag zur Zeit trendy sein, ist aber längst nicht gesellschaftsfähig: Fragt in einem stinknormalem Restaurant mal nach veganem Essen oder bittet Eure Mutter das Sonntagsessen in vegan zu kochen! Jeder, der vegan leben möchte, muss sehr davon überzeugt sein und braucht zudem viel Disziplin. Veganismus ist nichts, was man  just for fun macht.

So, jetzt aber genug des Geschreibsels! In der Küche warten Brötchen und Schimmelkäse auf mich… Ich  muss weg!

Caro

4 Kommentare zu “Olè Olè – vegan adè!

  1. Ich bewundere dich für dieses Experiment.Habe es mal mit 16 gemacht,aber an Tag 3 war ich dann leider Rückfällig. Trotzdem esse ich wenig Fleisch. Ich mags nicht so und esse dann eben nur wenig. Dafür habe ich in meinem Alltag meine Einstellung zu gewissen Produkten geändert. Ich habe mich lange mit Tierversuchen auseinander gesetzt und verzichte auf alle Produkte und Marken die damit in Kontakt gebracht werden.Es dauert wirklich lange bis man das beherrscht. Aber ich glaube damit helfe ich den Tieren sehr.

    xoxo

    • Bin ganz Deiner Meinung: Jeder muss in dieser Hinsicht seinen eigenen Weg finden, der durchaus einer mit Kompromissen sein kann. Wenn etwas einem besonders wichtig ist, informiert man sich darüber und der Verzicht fällt einem auch nicht mehr schwer. Oder alles bleibt beim Alten – Jeder eben wie er will!

    • Vielen lieben Dank für Deine tollen Komplimente! Das freut mich total. Ich wollte das ganze Vegan-Vegetarisch-Ernährungs-Thema mal raus aus der Besserwisser- und Übermenschen-Ecke holen und es ganz „normalen“ Menschen näher bringen. Schön, dass es bei Dir genauso angekommen ist.

      Liebe Grüße
      Caro

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