Aufgetischt/Caro Columna/Kochrezepte/Projekt Vegan

Gut gestärkt und vegan in den Tag!

Momentchenmal Ihr Hungrigen,

ich habe Euch bereits berichtet, wie ich an meinem ersten veganen Morgen Körperpflege betrieben habe. Nun geht es zu dem zweiten wichtigen Teil eines jeden Morgens – dem Frühstück. Eine der drängensten und zugleich beängstigsten Fragen war die danach was ich denn frühstücken sollte. Klassischerweise gibt es bei mir entweder Joghurt mit Früchtemüsli und Honig oder die klassische Stulle mit Käse oder Veggie-Wurst. Ist dies auch als Veganer denkbar? Der normale Joghurt kommt natürlich nicht in Frage und der Honig sollte auch verschlossen bleiben. Brotwaren sind in den allermeisten Fällen vegan, statt Butter kann man natürlich Margarine nehmen, aber meine Veggie-Wurst von ALDI ist mit Hühnereiweiß gemacht. Also musste ich mich auf die Suche nach Ersatz begeben. Und wo, wenn nicht im Bio-Supermarkt sollte man zahlreiche vegane Produkte finden? So bin ich am 4. Tag meines Experiments in den denn`s Biomarkt in Bonn und habe zugeschlagen.

Diese Sachen landeten in meinem Einkaufskörbchen

500 gr Soja-Joghurt naturell
500 gr Soja-Joghurt Pfirsich
100 gr vegane Fleischwurst
150 gr veganer Käse mit Kräutern
Hafer-Schoko-Cookies und Haselnuss-Waffeln (sollen meiner Angst vor dem Verhungern bei Wasser und Körnern entgegen wirken…)

Alles zusammen hat stolze 14,- € gekostet. Aber was tut man nicht alles für die Wissenschaft? 😉 Wenn ich mir vorstelle, vergleichbare Beträge als richtiger Veganer immer wieder zahlen zu müssen, wird mir jedoch ganz anders. Billiger kriegt man vegane Brotaufstriche z.B. bei ALDI. Dort kaufe ich seit längerem bereits die Aufstriche für geschmeidige 1,19 € oder die Luxus-Variante für knappe 2,- € ein. Wie schon angedeutet, eignen sich auch Hummus-Variationen als Brotaufstrich.

aufsrichLiebevoll von mir „Leberwurst“ genannt…

So sah mein Frühstück am 5. Tag aus

Vollkornbrot (dank Zutatenliste beim Bäcker definitiv vegan – bei Unsicherheiten einfach mal nachfragen) mit Margarine, veganer Fleischwurst und veganem Käse
Soja-Joghurt mit Früchtemüsli und Zucker
Kaffee mit einem Schuss Soja-Milch

Die vegane Wurst schmeckte mir wie zu Erwarten ziemlich gut. Schon seit mehreren Jahren gehören vergleichbare Wurstersatzprodukte auf meinen Speiseplan. Sie schmecken natürlich nur annähernd nach Wurst und ich würde sie daher nicht als Ersatz, sondern eher als Variante beschreiben.

wurstSehen aus wie Wurst und Käse – sind es aber nicht!

Der „Käse“ schmeckt irgendwie interessant… Er ist leicht bröckelig, sehr fettig (gefühlt sehr viel fettiger als richtiger Käse – man mag es kaum glauben) und schmeckt eigentlich nur nach den beigesetzten Kräutern und hat überhaupt keinen Käsegeschmack. Aber mal ganz ehrlich: Was will man von einer Mischung aus Kokosfett, Wasser und Aromen erwarten?
Und was ist mit der Soja-Milch? Oh Mann, war der erste Schluck pure Soja-Milch ein Geschmackserlebnis! Als ob man ins Gras beißt – ich meine natürlich in Gras beißt. Höchster Respekt vor Denjenigen, die das Zeug pur trinken können. Zugegebenermaßen in Saucen oder Kaffee verliert die Soja-Milch ihren grasigen Eigengeschmack. So ist es auch beim Soja-Joghurt – pur für mich ungenießbar, mit Müsli und Zucker ganz lecker.

milchReis oder Soja?

Während man in der warmen vegetarischen Küche zumindest Milchprodukte sehr gut und auch schmackhaft durch pflanzliche Alternativen ersetzten kann und bei süßen Backwaren auch ohne tierische Produkte auskommen kann, fällt der Verzicht auf diese beim kalten Essen (mir) sehr schwer. Für mich gehört einfach Käse dazu und wenn die Käse-Alternativen sich als nahezu unerträglich vom Geschmack her erweisen, verzichte ich lieber ganz auf sie. Doch dies führt natürlich zu einer unheimlich großen Einschränkung und einem Verzicht, die mich wirklich frustieren.

Ich habe auf einer Veganer-Homepage gelesen, dass Veganismus keinen Verzicht, sondern einen Zugewinn bedeute. Dabei begibt man sich direkt in eine „Ist-das-Glas-halbvoll-oder-halbleer?“-Diskussion. Meiner Meinung nach erweitert sich der kulinarische Horizont auf der einen Seite, weil man nach Ersatz sucht (schließlich wollen selbst Veganer nicht nur an der Karotte mümmeln!). Dementsprechend kann vegane Ernährung eine Erweiterung des Speiseplans bedeuten. Aber: Es ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass man ihn auf der anderen Seite auch unheimlich einschränkt. Warum muss man sich diesen Umstand schön reden? Ich sage als Vegetarier doch auch, dass ich auf Fleisch verzichte. So ist es nunmal: Als Vegetarier und Veganer schränkt man sich beim Essen ganz freiwillig ein! Nur merke ich im Moment am Frühstückstisch, dass für mich die vegane Ernährung echt zu weit geht. Oh Mann, noch gute zwei Wochen…

Caro, die ihren Appenzeller vermisst

Ein Kommentar zu “Gut gestärkt und vegan in den Tag!

  1. Pingback: Olè Olè – vegan adè! | Momentchenmal

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