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Mein neues Ernährungsexperiment – 3 Wochen vegan durchs Leben!

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Momentchenmal Ihr Lieben,

„Ich bin Vegetarier.“ – „Ah, jaaaaa? Also, ich bin Vegaaaner! Und deshalb bin ich ein vieeeel größerer Tierliebhaber als Du, lebe ökologischer und bin sowieso und überhaupt ein besserer Mensch!“

So stelle ich mir einen Gesprächseinstieg zwischen mir und einem Veganer vor. Voller Vorurteile, Klischees und Unwissen– oder doch realistisch? Zugegebenermaßen kenne ich keinen Veganer persönlich, kann daher nicht aus erster Hand berichten. Allerdings kenne ich extreme Tierliebhaber und irgendwie stelle ich mir so eben auch Veganer vor: Meist etwas rechthaberisch, bisweilen missionarisch und ziemlich stur. Unterstützt wird dies noch durch die momentane Veganer-Welle, die durchs TV und die Bücherläden rollt. Doch was steckt dahinter? Können wir mit veganer Ernährung den Klimawandel stoppen? Leben dadurch die Tiere der Welt in trauter Glückseligkeit? Ernähren wir uns mit ihr gesünder oder haut es uns irgendwann ausgemergelt vom Hocker? Wenn Ihr Euch auf dieses Eis begebt und voll in die Diskussion einsteigt, erhaltet Ihr auf eine Frage mindestens zwei Antworten: Ja und Nein! Als Einsteiger und Laie ist es nicht einfach sich für eine Aussage zu entscheiden. Diese Fragen werde ich durch mein Ernährungsexperiment nicht beantworten können.
Ich möchte mich daher ganz praktisch dem Thema nähern: Wie einfach oder auch wie schwer ist es sich vegan zu ernähren? Was bedeutet vegane Ernährung? Fühle ich mich danach körperlich und psychisch besser? Ganz wichtig: Ich möchte keine Grundsatz-Diskussion über Vegetarismus und Veganismus und sonstige Ernährungsformen führen. Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Das Versuchsobjekt – also Ich

Seit nunmehr 15 Jahren bin ich Ovo-Lacto-Vegetarier. Ich esse zwar tierische Produkte wie Milch und Eier, aber verzichte auf Fleisch, Fisch und Gelatine. Damals wurde gewettet, dass ich es nicht schaffen würde zwei Wochen kein Fleisch zu essen. Wette angenommen, durchgezogen und dabei geblieben! Als ich kurze Zeit später eine Doku über konventionelle Fleischproduktion gesehen habe, war ich überzeugt vom Vegetarismus. Hätte es jedoch vor 15 Jahren schon so eine große und leicht erhältliche Auswahl an Biofleisch wie heute gegeben, wäre ich vielleicht auch zum Extrem-Bio-Esser geworden. Doch damals gab es bei ALDI noch keine Bioprodukte, Bio-Discounter auch nicht und selbst in Joghurt war Gelatine. So hieß es für mich: Ganz oder gar nicht!
Nach so vielen Jahren des Vegetarierdaseins kann ich mir keine andere Ernährung für mich vorstellen. Müsste ich nun ein Stück Fleisch essen, käme dies einer Dschungelprüfung gleich. Der Verzicht fiel mir nie wirklich schwer (außer bei Salami – manchmal muss ich einfach an ihr riechen!) und durch Fleisch- und Wurstersatzprodukte aus Soja kann man sich selbst ganz gut beschummeln. Veganismus kam für mich dabei aber nie ernsthaft in Frage: Mit Extremen kann ich nicht so gut.

Der Versuchsgegenstand – Veganismus

Informiert man sich über Veganismus wird man schnell darüber aufgeklärt, dass dies nicht nur eine Ernährungs-, sondern vor Allem eine Lebensweise ist. In der Extremform bedeutet sie den allgemeinen Verzicht tierischer Produkte: Kein Fleisch und kein Fisch, keine Eier, keine Gelatine, keine Milchprodukte, kein Honig, keine Aroma- und Zusatzstoffe tierischen Ursprungs. Doch nicht nur die Ernährung ist betroffen: Leder, Pelz, Daunen, Seide und Wolle sind ebenfalls tabu. Auch auf kosmetische Produkte mit tierischen Stoffen wie Collagen wird verzichtet (Die Anti-Falten-Wirkung bezweifel ich ohnehin stark 😉 ).
Die Gründe für eine vegane Lebensweise können u.A. sein: Der Verzehr und die Verwendung von tierischen Produkten bedeute gleichzeitig die Teilnahme an Misshandlung, Ausbeutung und Tötung von Tieren (ethisch); durch Tierhaltung würde der Treibhauseffekt verschlimmert (ökologisch); Fleischverzehr erhöhe z.B. das Krebsrisiko (gesundheitlich). Natürlich gibt es nicht den einen wahren Veganer: Der eine praktiziert den Veganismus etwas strenger als der Nächste.
Ich werde versuchen möglichst stringent zu leben: Vegetarisch plus keine Milch, keine Eier, soweit mir bekannt keine tierischen Zusatzstoffe in Lebensmitteln und Kosmetika, keine tierische Kleidung (bezieht sich aufs Material und explizit nicht aufs Aussehen 😉 ).

Die Versuchsvorbereitung

Nachdem ich mein Experiment Ernährungstagebuch beendet hatte, posaunte ich dummerweise vor Zeugen hinaus: Demnächst werde ich Veganer auf Zeit! Als ich mich dann näher informierte, wurde mir ein wenig mulmig. Veganismus scheint doch recht aufwendig zu sein. Soviel muss man beachten, über soviel muss man sich informieren. Manche Homepages wirken auf Grund der Radikalität der Schreiberlinge eher abschreckend, andere machen einem Mut und geben tolle Tipps. Ich bin also ein bisschen durchs Internet gesurft und habe das Ein oder Andere abgespeichert. Generell starte ich aber recht unbedarft und uninformiert ins Experiment. Learning by Doing hat bisher doch immer noch geklappt!
Als Vegetarier bin ich den Blick auf die Zutatenliste gewöhnt. Nur mache ich dies nun auch bei Lebensmitteln, die ich eigentlich bedenkenlos essen kann. Ich stelle mir auch ganz simple Fragen: Was gibt es zum Frühstück? Müsli mit Soja-Milch? Ist Brot vegan? Und was kommt aufs Brot?
Solche Aussichten steigern nicht gerade die Motivation. Aber man muss nunmal irgendwann anfangen… Und ja, aller Anfang ist schwer! Vor Allem wenn es um Etwas geht, dass das Leben so beeinflusst und von dem man (bis jetzt) nicht so recht überzeugt ist. Ich wollte das Experiment bereits vor Wochen starten, doch immer fand ich eine neue Ausrede: Eine Einladung zum Waffel-Essen; die heimischen Käsevorräte; Heißhunger auf Veggie-Gummibärchen…

vegetarischBye bye…

Nun ist es aber endlich so weit und diesen Samstag Sonntag geht es los: Hummus als veganer Brotaufstrich steht im Kühlschrank, Soja-Milch ist eingekauft, Attila Hildmanns Vegan Kochbuch Vol. 1 ist griffbereit (ich liebe seine Bolognese, nur kann ich die schlecht jeden Tag essen… 😉 ). Ein bisschen aufgeregt bin ich und hoffe, dass ich durchhalten werde.

In drei Wochen werde ich mich wieder bei Euch von der Veganer-Front melden und über meine Erlebnisse berichten. In der Zwischenzeit freue ich mich sehr über Tipps von Veganern und Experten, die mir die nächsten Wochen erleichtern könnten. 

Caro

6 Kommentare zu “Mein neues Ernährungsexperiment – 3 Wochen vegan durchs Leben!

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  4. Toller Artikel und ich muss sagen, dass ich ähnliche Erfahrungen mit Veganern, aber auch mit Vegetariern gemacht habe – hitzige, sinnlose und oft provozierte Diskussionen. Nichtsdestotrotz finde ich den Schritt bzw. das Experiment echt cool. Du springst ins kalte Wasser und versuchst es einfach.. mit ein bisschen Bammel, aber genau das macht dich authentisch und null überheblich! Finde ich klasse und werde im Anschluss meines Kommentars die restlichen Beiträge zu deinem Experiment lesen 🙂

    liebste Grüße,

    http://fashiongallerie.blogspot.de/

  5. Hallo meine liebe ich bin gerade Gestern erst auf deine Seite gestoßen…Und mit diesem Beitrag sprichst du mir aus der tiefsten Seele. Ich habe einen Vegan versuch durch eine Freundin u. Attila hildmann es war ein Kampf…Es war nur verzicht. Mir ging es so so schlecht und dann mit dem Thema zuckerfrei habe ich neue Energie neue Ideen und eine neue Einstellung bekommen und dann finde ich gestern deinen Bericht danke danke danke ich werde mich noch lange auf deiner Seite tummeln …Alles liebe Petra

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