Auf Reisen/Caro Columna/Unterwegs/USA

On the Road again

Momentchenmal Ihr lieben Reisenden,

heute hat mein Laptop endlich wieder einen guten Tag und schreibt nicht nur #. Daher kommt nun der versprochene und längst überfällige zweite Teil unseres Roadtrips.

Columbus

Where to stay: Unser erster Stopp back in the USA war Columbus, die Hauptstadt des Bundesstaates Ohio. Hier übernachteten wir bei Ted und Barbara in einem Privatzimmer, hatten jedoch eine ganze Etage für uns allein. Da die Beiden sich mitten in der Renovierung ihres Hauses befanden, war der Rest des Hauses quasi nicht bewohnbar, sehr staubig und unaufgeräumt. Deshalb eine eingeschränkte Empfehlung für diese Unterkunft.

What to see: Was ist der Nachteil eines langen Auslandsaufenthaltes und einer dreieinhalbwöchigen Rundreise? Irgendwann spuken so viele Eindrücke im Kopf herum, dass es schwer ist, alles zu verarbeiten und sich zu neuen Unternehmungen aufzuraffen. Und wenn dazu noch schlechtes Wetter kommt (und damit meine ich in diesem Fall zum Teil monsunartigen Regen), ist die Stimmung nicht so dolle. So verzichteten wir auf ein Kulturprogramm in Columbus-Downtown und schlenderten stattdessen in Regenjacken durch das German Village.

germanvillage

Dieses wurde von deutschen Einwanderern gegründet und gehört mittlerweile zu den beliebtesten Wohnvierteln überhaupt. Hier findet man wunderschöne Backsteinhäuser, Alleen, liebevoll bepflanzte Vorgärten und deutsche Straßennamen. Die Szenerie wikte auf uns ein wenig skurill, aber schön war es allemal.

reinhardave

Charlotte

Where to stay: Übernachtet haben wir in Charlotte (North Caolina) im Studio 6, einer Variante des Motel 6. Das Zimmer war mit kleiner Küche ausgestattet und leider etwas in die Jahre gekommen.

carolina

What to see: Mein Freund ist ein Fan der US-amerikanischen Autorennserie NASCAR. In Laiensprache ausgedrückt, fahren hierbei getunte Autos im Kreis, dessen Fahrbahn angeschrägt ist. Zwar bin ich kein riesiger Motorsport-Fan, allerdings finde ich sportliche Live-Events spannend und gerade die amerikanischen sind für ihre gute Stimmung bekannt. So kauften wir uns die günstigsten Karten für das NASCAR-Rennen auf dem Charlotte Speedway .

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Da wir auf der Familientribüne saßen, waren alkoholische Getränke tabu, was der Stimmung in keinster Weise einen Abbruch tat. Denn in den USA geht es zumindest den Zuschauern in erster Linie um eine gute Show und eine schöne Zeit mit Familie und Freunden, Leistungen und Siege sind eher nebensächlich. So wurde stundenlang auf den Parkplätzen gegrillt oder im Stadion den beiden Konzerten von Country- und Pop-Künstlern gelauscht. Das Rennen an sich wurde schließlich wie folgt eingeläutet: Zuerst sang eine Soldatin ein Lobeslied auf die USA, das mit entsprechend ästhetischen Bildern auf der LED-Wand unterlegt wurde. Dann sprangen aus einem Helikopter zwei Fallschirmspringer ab, die galant auf der Rennstrecke landeten. Es folgte ein kleines Feuerwerk bevor gemeinsam für die Fahrer, die Soldaten und das amerikanische Volk gebetet wurde. Schließlich hieß es: Please rise for the national Anthem of the United States of America! Zigtausend Menschen erheben sich von ihren Plätzen, die Cappies werden gezogen und jeder – ich wiederhole Jeder – singt mit. Es wurde viel in Deutschland über Nationalstolz diskutiert und erst durch die Fußball-WM 2006 haben wir ein wenig dazu zurück gefunden. Man muss nicht zu solch starken Patrioten wie die Amerikaner werden, doch Nationalstolz schafft Zusammenhalt. Und gerade der wird im gemeinsamen Singen der Nationalhymne spürbar. Vielleicht sollten auch wir bei nationalen Sportveranstaltungen die Hymne singen? Ich fand es sehr beeindruckend und war ein wenig zu Tränen gerührt. Das Rennen an sich war ebenfalls sehr spaßig, da alle Unfälle (zum Glück ohne Personenschaden) in unserer Kurve geschahen. 😉

NASCAR_nachts

Meine Tipps für einen NASCAR-Besuch: Nehmt auf jeden Fall einen entsprechendne Gehörschutz mit – ohne ihn werdet Ihr es nicht aushalten. Im Gegensatz zum deutschen Stadion ist es erlaubt Getränke und Essen mitzunehmen. Manch ein Amerikaner ist eher mit der Ausschlachtung seiner Kühltruhe als mit dem Rennverlauf beschäftigt.

Virginia Beach

Nach unserem südlichsten Ziel Charlotte ging es nun wieder nordwärts. Zum Abschluss der drei Monate wollten wir uns ein paar schöne Tage in der Sonne gönnen. Für Virginia Beach waren Temperaturen um 30°C angesagt und somit war unser Ziel klar.

Where to stay: Übernachtet haben wir im Motel/Studio 6 in Norfolk. Das Studio war wie gewohnt sauber und sogar renoviert. Größtes Manko dieser Anlage war das Personal. Beschwerden und Fragen wurden lapidar abgetan, wir hatten häufiger das Gefühl lästig zu sein und der Zimmerservice war auch nicht immer da. Eigentlich sehr unamerikanisch. Schade!

What to see: Was schaut man sich in Viginia Beach an? Den Beach natürlich! Die Gegend ist eine sehr beliebte Urlaubsregion. In der Hauptsaison findet man hier wahrscheinlich nahezu 100% amerikanische Gäste. Der Strand ist sehr lang, gepflegt und sauber. Der Ort ist sehr touristisch mit den typischen Bars und Hotelblöcken.

Mein Tipp: Wenn Ihr nicht auf Beach-Party und Touristenströme aus seid, fahrt Ihr am Besten an den östlichsten Strandabschnitt. Hier verschlägt es nicht so viele Leute hin, da hier keine großen Hotels und Restaurants stehen, sondern nur private, zum Teil sehr luxuriöse Privat- und Ferienhäuser. Der Parkplatz (Vanderbilt Ave) ist direkt am Strand, bei Ankunft vor 10 Uhr kostenlos und mit Umkleiden und Toiletten ausgestattet. Befremdlich ist allein die Geräuschkulisse. Das benachbarte Norfolk ist nämlich eine große Militärbasis. Bei größeren Schießübungen wird dieser Strandabschnitt schonmal gesperrt.

caution

Wir haben daher die Sonne, das Meer und die Surfer bei lauschigen Granateneinschlägen, Maschinengewehrfeuer und Flugübungen genossen!

Das Ende einer langen Reise

Ende Mai waren unsere Tage in den USA gezählt. Über einen Zwischenstopp im Motel 6 New Brunswick, das recht teuer war, aber mit frisch renovierten Zimmern und tollem Personal glänzt, ging es zum Newark Airport.

Unser abschließendes Fazit fällt uneingeschränkt positiv aus. Wenn man die Chance hat, eine längere Auszeit im Ausland zu nehmen, sollte man diese unbedingt wahr nehmen. Dadurch, dass man komplett aus seinem normalen Alltag heraus genommen ist, lernt man sich selbst sehr viel besser kennen. Wir merkten was uns wichtig ist und auf was wir lieber verzichten wollen. Der american Way of Life hat uns unglaublich inspiriert. Ein banales Beispiel: Habe ich vorher über die Amerikaner in ihren Sporthosen und weißen Sportschuhen gelacht, gehe ich nun selbst in diesem Outfit zum einkaufen. Who cares? Es ist halt superbequem! Außerdem wurde uns bewusst, dass wir Deutschen uns viel zu sehr auf den Staat und andere verlassen. Und wenn etwas schief läuft, schimpfen wir über diese. Warum? Wir können selbst doch so vieles verändern. Sind wir nicht unseres Glückes eigener Schmied?

Durch die entspannte und stets positive Grundeinstellung der Amerikaner gelangten wir zur vielleicht wichtigsten Erkenntnis dieser Reise: Wir sollten immer mit einem Lächeln durch die Welt gehen. Sich über banale oder unabwendbare Dinge aufzuregen lohnt sich nicht. Nehmen wir uns doch Zeit und hetzen nicht genervt durch den Tag (dies gilt insbesondere für die Supermarkt-Kasse ;)). Erfolge und Geld sind schön, aber zu leben sollten wir  darüber nicht vergessen. Keep smiling!

Caro

PS: Abschließend bedanke ich mich bei meinem Freund und Mitreisendem für die tolle Zeit, die wir in den USA hatten.  Auf zu neuen Abenteuern! Ach, vielen Dank auch für die tollen Panoramen! :*

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