Auf Reisen/Caro Columna/Unterwegs/USA

On the Road

Momentchenmal Ihr lieben Reisenden,

kurzfristig hatten mein Freund und ich beschlossen unseren dreimonatigen NY-Aufenthalt auf zwei Monate zu verkürzen und auf einem 23-tägigen Roadtrip Teile Kanadas und die Eastcoast (yoh!) zu entdecken. Davon möchte ich Euch in den nächsten beiden Artikeln berichten.

Die Route

1.-5.5. Montrèal

6.-8.5. Ottawa

9.-12.5. Toronto

13.5. Niagara Falls

14.-15.5. Columbus/Ohio

16.-17.5. Charlotte/North Carolina

18.5. Burlington (nur Übernachtung)

19.-22.5. Virginia Beach

23.5. New Brunswick/New Jersey (nur Übernachtung)

24.5. Abflug

Ein- und Ausreise

Die Einreise nach Kanada verlief absolut unproblematisch. Es wurden nur unsere Pässe kontrolliert und gestempelt, es wurde gefragt, wie lange wir in Kanada bleiben und von wo aus wir wieder nach Deutschland fliegen. Mit freundlichen Worten wurde uns die Einreise genehmigt.

Die Rückreise in die USA war ebenfalls unproblematisch. Allerdings wurden wir im Auto fotografiert und gefragt, was wir arbeiten. Wir wurden darauf hingewiesen, dass die Einfuhr von Lebensmitteln verboten ist (da habe ich wohl vergessen die Fresstüten und die Kühlbox  zu erwähnen…).

Unterkünfte

Um die Kosten unseres Roadtrips in Grenzen zu halten, haben wir uns ein Limit von ca. 40€/Nacht gesetzt. Somit kamen Hotelzimmer für uns nicht in Frage. Eine gute Möglichkeit, um günstig zu wohnen, sind Wohnungen oder Privatzimmer, die über Vermittlungsportale gebucht werden können. Wir entschieden uns für letztere bei Airbnb. Privatzimmer haben im besten Fall folgende Vorteile: Verhältnismäßig günstig; Küchenmitbenutzung für geringere Verpflegungskosten; Insidertipps von und Kulturaustausch mit „Eingeborenen“. Unsere Bewertungen (von Raphael) findet Ihr im jeweiligen angegebenen Angebot.

Desweiteren wohnten wir in zahlreichen Motel6. Nach Eigenaussage ist Motel6 die günstigste Motel-Kette der USA. Es gibt „normale“ Zimmer z.T. mit Fridge und/oder Microwave und sog. Studiozimmer mit kleiner Küche. Vorteile sind: Verschiedene Bettkonstellationen (Queenbed, zwei Queenbeds, Doublebeds etc.) v.A. für Pärchen oder kleine Gruppen geeignet; kostenloser Morning-Coffee; nationale Telefongespräche kostenlos; Haustiere gern gesehen. Einige Motels sind renoviert und modern („New Rooms“), andere älter, aber alle sauber.

Montrèal

montreal_buffetKanadischer Humor

Where to stay: Wir wohnten bei Mel, die als Foodbloggerin gute Restauranttipps bereit hielt und deren Kater Rupert mir schnell ans Herz gewachsen ist.

What to see: Montrèal ist eine schöne Stadt, doch hat schlechtes Wetter unseren Eindruck sehr getrübt. So spazierten wir in Regenjacken über den sehr, sehr großen Friedhof de Notre-Dame-des-Neiges und huschten im Nieselregen durch Old Montrèal, dessen Straßen einen nach Frankreich versetzen.

Friedhof_MontrealWunderschöne und sehr alte Gräber findet man auf dem Friedhof de Notre Dame des Neiges

friedhof2_montreal

 

Old MontrealOld Montrèal

Ansonsten haben wir uns eher auf Indoor-Aktivitäten beschränkt: Stundenlanges Windowshopping in der riesigen, unterirdischen Shoppingmall in Downtown; Barbesuch mit Live-Übertragung des kanadischen Volkssportes Eishockey; Besuch des Cirque du Soleil im Hafen.

Mein Tipp: Trainiert schonmal Euer „Bonjour„, denn Montrèal und die gesamte Region Quèbec ist französischsprachig, doch die meisten Montrèaler sprechen ausreichend englisch. Die Stadt hat ein gutes ÖPNV-Netz mit Metro und Bussen. Das 3-Tage-Ticket ist für 18c$ (ca. 12€) erhältlich.

Ottawa

Where to stay: Unser nächster Stopp war die kanadische Hauptstadt. Hier hatten wir ein Privatzimmer bei David. Er war ein super Host, dessen Privatzimmer manch ein Hotelzimmer locker in den Schatten stellt und uns auch noch in die Regelkunde des Eishockeys einführte.

What to see: Rebekka hatte mich schon vorgewarnt, dass es in Ottawa nicht so viel zu sehen gäbe. Und was soll ich sagen? Die bessere Hälfte von Momentchenmal hatte Recht. Neben dem zugegebenermaßen schön anzusehenden Parliament Hill gibt es nicht allzu viel.

parliamentDas Parlament mit obligatorischer Demo

Dies wurde uns schnell klar, so dass wir an einer kostenlosen Führung durchs Parlament teilnehmen wollten. Die Freikarten erhält man morgens für den jeweiligen Tag im Besuchercenter des Parlaments, leider ohne Erfolgsgarantie, weswegen wir uns doch dagegen entschieden. So schlenderten wir hier bei sonnigem Wetter durch die Stadt, relaxten im Park und besuchten die Carleton University, um mal einen nordamerikanischen Campus zu sehen. Erschwert wurde die Mobilität in der Stadt durch den öffentlichen Nahverkehr. Busticktes sind lediglich in ausgewählten Shops oder Servicecentern erhältlich, im Bus kann man nur passend zahlen, die Busshaltestellen liegen versteckt und glänzen zudem durch die Abwesenheit von Fahrplänen und Haltestellennamen.

Mein Tipp: Da der Weg von Montrèal nach Ottawa mit drei Stunden recht kurz ist, haben wir unterwegs im National Parc de Plaisance Halt gemacht. Für einen Eintritt von 7.50c$/Person konnten wir eine kleine Schlange, nagewütige Biber, scheue Schildkröten , pummelige Bisamratten und ein hungriges Deer in ihrer natürlichen Umgebung sehen. In zumeist völliger Einsamkeit haben wir erholsame Wanderstunden verbracht.

bisamratteBisamratten: Die kanadischen Untergrundkämpfer

In Ottawa fanden wir schließlcih auch noch was. Führungen durch den Supreme Court (oberstes kanadisches Gericht) sind kostenlos und abwechselnd in französischer und englischer Sprache. Die Führung ist mit 30 Minuten relativ kurz und für Nicht-Kanadier fehlte es etwas an Hintergrund-Infos, aber war trotzdem recht interessant. Highlight war, dass wir in Richterroben für Fotos posen durften. Sehr witzig!

Toronto

Where to stay: An unserem vorletzten kanadischen Stopp übernachteten wir bei Felipe und Flàvia, zwei nach Kanada ausgewanderten Brasilianern. Obwohl sie ganz herzliche Gastgeber waren und wir die Unterhaltungen mit Felipe über Fußball sehr genossen, empfehlen wir das Zimmer nur bedingt weiter.

queenToronto liebt seine Royals

What to see: Toronto ist eine Stadt, die auf jeden Fall einen guten Eindruck auf uns gemacht hat. Zu meiner Schande muss ich allerdings zugeben, dass wir zu diesem Zeitpunkt nicht so motiviert waren und wir uns deshalb kaum Etwas angeschaut haben. An der Harbourfront haben wir uns in Liegestühlen gesonnt, im Lawrence Market (immerhin zu einem der schönsten Märkte der Welt gewählt) gab es für mich einen Kaffee und ein Bummel in der Eaton-Shoppingmall (die Kanadier lieben Malls) war auch noch drin.

Mein Tipp: Wenn Ihr wochenends zu Zweit da seid, kauft Euch das Metro-Tagesticket für 11c$. Es gilt für zwei Personen und bis zu vier Kinder.

toronto

Bei schönem Wetter und wenig Lust auf einen Stadtbummel empfehle ich Euch einen Auslug zu den Toronto Islands. Wir besuchten Centre Island per Ferry No. 2 ab Harbourfront für 7c$ pro Ticket inkl. Return. Die Insel ist das Naherholungsgebiet der Stadtbewohner mit riesigen Liegewiesen, Stränden, Fahrradverleih und Unterhaltungsmöglichkeiten für Kinder. Besonderes Plus: Ihr habt von hier einen super Blick auf die Skyline Torontos.

Niagara Falls

Where to stay: Dieses Naturschauspiel liegt zwischen den USA und Kanada. Wir schauten uns sie von der kanadischen Seite an, übernachteten jedoch im Motel6 am Buffalo-Airport. Unser Zimmer mit zwei Queenbeds war renoviert, sehr sauber und der erwartete Fluglärm blieb aus.

niagara falls

What to see: Die Niagara Falls haben uns absolut begeistert. Sie sind riesiggroß, die Wassermassen unglaublich und die türkise Farbe des Wassers wunderschön. Auf kanadischer Seite gibt es eine Aussichtsplattform am Besuchercenter, auf der man direkt an der Sturzstelle des Wassers steht. Atemberaubend! Aber Achtung, Sonnenbrandgefahr: Durch den kühlenden Wassernebel in der Luft kann man schnell die Sonne vergessen. Euer Auto könnt Ihr auf kostenpflichtigen Parkplätzen abstellen. Für15c$ Gebühren unterstützt Ihr damit auch die Pflege der Wasserfälle und der Landschaft.

Unser Fazit zu Kanada

Kanada ist den USA im äußeren Erscheinungsbild ziemlich ähnlich, allerdings sind die Kanadier was ihr Selbstbild angeht wesentlich entspannter. Sie können gut damit leben von den USA als „kleiner“ Nachbar (immerhin das flächenmäßig zweitgrößte Land der Erde) nicht ernst genommen zu werden, da die US-Amerikaner ja noch nicht mal alle krankenversichert seien. Im Gegensatz zu den USA ist Kanada auf Zuwanderung angewiesen und macht potentiellen Immigranten den Neustart mit Integrationskursen, niedrigen Krediten und Umschulungsangeboten leicht. Kanada ist definitiv eine Reise wert. Wir haben hauptsächlich nur Städte gesehen, aber der Parc de Plaisance und die Niagara Falls haben uns einen guten Vorgeschmack auf die Natur Kanadas gegeben. Wir können uns vorstellen irgendwann hierhin zurück zu kommen, um die riesigen Wälder und weiten Schneelandschaften zu entdecken.

Bye Bye & Au revoir Canada!

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