Auf Reisen/Caro Columna/Unterwegs/USA

„Italiener“ in New York Part 1

Momentchenmal Ihr Hungrigen,

kaum etwas ist so schlimm, als hungrig Sightseeing machen zu müssen. Dank Unterzuckerung bekomme ich miese Laune, meine Füße tun dreimal so weh und meine Gedanken kreisen nur um Nahrungsaufnahme. Deshalb stelle ich Euch in meinen nächsten beiden Berichten zwei „italienische“ Restaurants vor: Amici 36 und Eat-a-ly.

Amici 36

8th Avenue Ecke 36rd Street

Amici 36 ist ein typisches Deli in New York. Das Konzept ist einfach: Man wählt an verschiedenen Theken sein Essen, das dann frisch zubereitet wird. Zur Auswahl stehen hier u.A. Wokgerichte, Burger und Burritos. Zudem kann man an der Salatbar auf Gewicht kaufen und mittendrin findet Ihr Kaltgetränke, Kaffee, Chipstüten und alles andere, was ein Tourist oder Berufstätiger zwischendurch essen möchte.

Dieses Konzept – Supermarkt mit Restaurant – ist in New York weit verbreitet. Die Läden sehen von außen eher unwirtlich aus, doch die langen Warteschlangen bedeuten eigentlich Gutes. So stolperten wir ins Amici 36.

amici 36

Im Laden herrscht ein ziemliches Durcheinander, das durch enge Gänge und viele Gäste noch verschlimmert wird. Auf unzähligen und x-mal korrigierten Menütafeln könnt Ihr lesen, was es hier zu essen gibt und wieviel es mittlerweile kostet. Wir entschieden uns ganz klassisch für Burger. Bei den leicht chaotisch durcheinander hantierenden Mitarbeitern an der Burger- und Burrito-Station bestellten wir einen Beef- und einen Veggieburger mit  extra Mozzarella. Beide Burger wurden frisch vor unseren Augen zubereitet. Die Arbeitsfläche habe ich woanders schon sauberer gesehen, aber es hat mir keine Kakerlake von unter einem Salatblatt her zugewunken. Beide Burger erhielten wir mit einer riesigen Portion French Fries und einer Can Soda.

Bezahlt wird am Ausgang, wo man ein Tablett bekommt, wenn man im Obergeschoss essen möchte. Der Preis war sehr günstig. Für beide Burger mit Pommes und Getränk bezahlten wir gerade mal 13$. Ketchup und Mayo kriegt man in kleinen Tüten umsonst dazu.

amici 36 burger

Zum Geschmack kann ich nur Folgendes sagen: Sehr lecker! Die Burger waren unheimlich saftig, warm und die Pommes dick und knusprig. Allerdings entpuppte sich mein bestellter Mozzarella als Cheddarkäse, aber darüber konnte ich hinweg sehen. Die Portion war für uns nicht zu schaffen und wir konnten so pappsatt unsere Sightseeing-Tour fortsetzen.

Aber:

Kennt Ihr die How I Met Your Mother-Folge, in der über Lilly und Marshall und ihren Suppen-Imbiss berichtet wird? Die Suppe ist zwar immer total lecker und dabei super billig, doch jedesmal haben die Beiden danach eine Lebensmittelvergiftung. Aber, hey: Hat man die überlebt, kriegt man eine Suppe auf Kosten des Hauses!

Wie komme ich nun darauf? Irgendwie fiel mir sofort diese Folge bei meinem Besuch von Amici 36 ein. Denn jeder Restaurantbetrieb in New York wird vom Department of Health and Mental Hygiene auf Sauberkeit hin untersucht. Jenachdem welche Verstöße in der Zubereitung, Aufbewahrung und Hygiene im Allgemeinen festgestellt werden, werden die Betriebe bewertet.

A: Alles super!

B: Kleinere Mängel, aber okay!

C: Wir müssen den Laden noch nicht schließen, aber sauber ist es nicht!

Die Ratings müssen gut sichtbar an der Tür oder im Schaufenster aufgehängt werden. Amici 36 hat leider ein C mit 44 Violation-Points und das macht mir im übertragenen Sinne doch ein bisschen Bauchschmerzen.

Würde ich nochmal dort essen? Soll ich Euch den Laden weiterempfehlen (schließlich liegt mir die Gesundheit unserer Leser sehr am Herzen)?

Letzten Endes muss wohl jeder für sich entscheiden. Ich möchte nicht wissen, wo ich schon überall unwissentlich in Deutschland gegessen habe. So habe ich als Studentin häufiger mit Freundinnen in einem Studentenbistro gegessen. Uns hat es immer geschmeckt und Bauchschmerzen hatten wir nie. Wie ich Jahre später in einem Fernsehbericht (!) erfuhr, wurden dort zum Teil erhebliche Hygienemängel fest gestellt. Frei nach dem Motto „Nur die Harten kommen in den Garten“ bin ich dort noch ein paarmal gewesen.

Hier in New York gibt es aber unheimlich viele Gastrobetriebe (v.A. die 8th Avenue ist eine Fressmeile), die ein A erreicht haben, so dass man gut zur Konkurrenz ausweichen kann.

Unabhängig davon, wo Ihr Euch stärkt, wünsche ich Euch einen guten Appetit und dass das Immunsystem mit Euch ist!

4 Kommentare zu “„Italiener“ in New York Part 1

  1. Danke für den Infobericht.
    In Deutschland wollte ich mitunter auch nicht in die Küchen schauen…aber wenn es sowas gibt, muss ich nicht unbedingt zu C gehen…denke ein solides B sollte schon zu finden sein.

  2. Pingback: “Italiener” in New York Part 2 | Momentchenmal

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