Auf Reisen/Caro Columna/Unterwegs/USA

MET und MoMA

Momentchenmal Ihr Kulturinteressierten!

New Yok hat mindestens drei weltbekannte Museen, von denen wohl schon Jeder gehört hat: MoMA (Museum of modern Art), Guggenheim Museum und MET (Metropolitan Museum of Art). Als Kunstbegeisterte musste ich mir natürlich die volle künstlerische Dröhnung geben, wollte dabei aber nicht so viel Geld ausgeben. Der Blick auf die Preislisten war erstmal ernüchternd. Die Preise liegen zwischen 22 und 25$ für einen Erwachsenen. Selbst für Kunstbegeisterte sind sie nahe der Schmerzgrenze. Doch ich habe Euch versprochen nach günstigen Möglichkeiten Ausschau zu halten und hier kommen Sie:

Metropolitan Museum of Art

http://www.metmuseum.org/

1000 5th Avenue zwischen 80th und 84th Street

Momentchenmal, denkt Ihr Euch jetzt. Wieso ist das MET auf einmal doch günstig? Weil Ihr es Euch günstig machen könnt!

Das MET versteht nämlich seine Preise als recommended, also als empfohlen. Jeder Besucher kann an der Kasse frei entscheiden, wieviel er bezahlen möchte. Der Eine bezahlt nur 1$, der Andere 5$, der Nächste den vollen Preis und der Letzte sogar mehr. Ganz egal wie tief Ihr in die Tasche greift, Ihr werdet Eure Eintrittskarte bekommen und werdet dabei noch nicht mal schief angeguckt. Ich halte das für ein gutes System: So ist der Zugang zu Kunst und Kultur für Jeden erschwinglich und verringert die Hemmschwelle zu einem Museumsbesuch. Außerdem stellt sich Jeder unweigerlich die Frage, wieviel einem Kunst wert ist. Sehr interessant!

schatulleGrößere und kleinere Kostbarkeiten

Das MET ist das größte Museum der USA und das viertgrößte weltweit. Der selbst gestellte Anspruch des Museums ist, der (amerikanischen) Öffentlichkeit die ganze Kunstgeschichte zu zeigen. Von den sehr alten Ägyptern zu den tibetischen Gottheiten, von der italienischen Renaissance über koreanische Malerei zu englischen Möbeln des 19. Jhs… Ich könnte die Aufzählung noch lange fortführen. Man müsste wahrscheinlich tagelang durch das MET streifen, um halbwegs alles zu sehen.

tiffanyGlasmosaik von Tiffany

Mein Tipp ist es erstens sich für 7$ den Audio-Guide zu gönnen und sich dann entweder zweitens für die ein oder andere Ausstellung zu entscheiden oder drittens die Audio-Director`s-Führung zu machen. Wir haben uns für Letztere entschieden und waren damit 4,5 Stunden beschäftigt.

audio-guideMit Audio-Guide und Map bewaffnet, ging es immer weiter durch die Kunstgeschichte.

Das MET glänzt definitv mit seiner Masse an Kunstwerken. Allein der Ausstellungsbereich zur Europäischen Malerei umfasst 2.200 Werke. Toll finde ich auch das architektonische Prinzip des METs. Es wird nämlich versucht die Kunstwerke in einem ihrem ursprünglichem sehr ähnlichem Kontext zu zeigen.

basilika

So wird zum Beispiel eine christliche Basilika mit Kirchenfenstern und Chorschranke angedeutet oder Du befindest Dich in einem Treppenhaus in einem englischen Schloss. Auch wurden für größere Werke, wie zum Beispiel einem äyptischen Tempel eigens Räume gebaut.

aegypten

Ein Wermutstropfen ist meiner Meinung nach die mangelnde Wissensvermittlung. Kennt man sich mit einem bestimmten Gebiet schon sehr gut aus, wird man begeistert sein. Denn man wird sehr viele bekannte Werke finden, an denen man sein Wissen prüfen kann.

van gogh

So kenne ich mich relativ gut mit Werk und Leben Vincent van Goghs aus und war ganz hingerissen von den Werken. Wusste ich doch ganz genau, in welchem Kontext diese Bilder entstanden und wie man sie interpretieren kann. Mein Freund hingegen fand sie im besten Fall ganz schön, konnte aber dank mangelnden erklärenden Texten nichts Näheres erfahren. Vielleicht hätte ihm an der ein oder anderen Stelle der Audio-Guide weitergeholfen. Dieser ist allerdings eher für den Nicht-So-Ganz-kunstinteressierten Durchschnitts-Amerikaner ausgelegt und ist daher nun wirklich nicht der Quell des Wissens. Ohne ihn würde man jedoch komplett verloren an den Werken vorbei huschen.

Das MET besitzt unzählige Werken und stellt sie in einem tollen Rahmen dar, doch verpasst es leider meistens sowohl grundlegendes als auch tiefergehendes Wissen zu vermitteln. Da man den Preis selbst bestimmen kann, ist es trotzdem einen Besuch wert.

Museum of Modern Art

http://www.moma.org/

11 West 53rd Street zwischen 5th und 6th Avenue

Es soll Menschen geben, die nur wegen dieser Sammlung nach New York kommen. Interessiert Ihr Euch allerdings nicht so unglaublich für moderne Kunst oder habt generell ein schwieriges Verhältnis zu Kunst, kann Euch der Eintrittspreis von 25$ durchaus von einem Besuch abhalten. Doch für Euch (und auch für mich kunstbegeistertem Sparfuchs) gibt es die Free Friday Nights.

Jeden Freitag hat man die Möglichkeit von 16 bis 20 Uhr kostenlos ins Museum zu kommen. Dafür muss man lediglich Schlange stehen. Ich habe mich diese Woche der Herausforderung gestellt. Um 15.10 Uhr war ich am Eingang und musste feststellen, dass die Warteschlange schon sehr, sehr lang war. Mit Buch, Banane und Cola ausgerüstet, habe ich mich angestellt und mit dem Schlimmsten gerechnet. Dem war allerdings nicht so! Denn eine Cola-Dose und 10 Seiten später setzte sich die Schlange schon in Bewegung, um 15.30 Uhr hatte ich meine Eintrittskarte for free in der Hand, um 15.45 Uhr konnte ich meinen Mantel an der kostenlosen Garderobe abgeben, um 15.55 Uhr war ich stolzer Besitzer eines kostenlosen Audio-Guides (Ausleihe gegen Picture ID, Drivers License, keine passports) und um punkt 16 Uhr stand ich in der Sonderausstellung zu Gauguin in der 6. Etage.

momaAuch architektonisch ist das MoMA sehr interessant!

Die Sammlung ist awesome! In der 6. Etage findet Ihr wechselnde Sonderausstellungen. Zu diesen Kunstwerken gibt es, wenn überhaupt nur englische Audio-Kommentare.

In der 5. Etage sind weltberühmte Werke der Malerei und Skulptur von 1880 bis 1940. Selbst der Kunstbanause wird hier einige Werke als Kunstdrucke in Artzpraxen wiederkennen.

van goghBekannt vom letzten Arztbesuch?

Cèzanne, van Gogh, Picasso und Monet sorgen hier für Begeisterung und tumultartige Ansammlungen von Asiaten und verträumt dreinblickenden Kunsthistorikern. Das Gedränge war zum Teil schon recht groß, aber dafür ist man auch für for free drinnen. Ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass zu jeder Zeit sehr viel los ist.

ChagallMein Lieblingsbild von Chagall

In der 4. Etage findet Ihr die Malerei und Skulptur der Jahre 1940 bis 1980. Neben Andy Warhols Campbell`s Soup und Marilyn Monroe sind hier auch schwieriger zugängliche Werke wie von Duchamp und Pollock zu sehen.

andy warholAndy Warhol aß jeden Mittag Campbell`s Soup…

andy warhol 2… und verehrte Marilyn als Ikone. Kein Scherz!

Hört Euch unbedingt die Audio-Kommentare an. Ihr werdet überrascht sein, wieviel man in einem auf den ersten Blick total konfusen Bild entdecken kann. An vielen Werken befinden sich Nummern, die Euch zu den Audio-Kommentaren führen. Die meisten sind auch in deutsch vorhanden. Nach einigen Kommentaren könnt Ihr Euch durch die Eingabe einer weiteren Nummer noch näher zum Thema informieren. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Kommentare zu Erwerb, Restaurierung und Aufbewahrung der Werke.

pollockSpürt Ihr die körperliche Energie von Jackson Pollock in diesem Bild? 😉

In den unteren Stockwerken gibt es weitere Sonderausstellungen, zeitgenössische Kunst und Fotografie.

Ich war nach drei Stunden gesättigt und musste dringend meinem künstlerischen Geist frische Luft gönnen.

Wenn Ihr bereit sein, Euch auf moderne und zeitgenössische Kunst einzulassen oder Ihr ohnehin total von Ihr begeistert seid, müsst Ihr unbedingt dorthin!

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