Auf Reisen/Caro Columna/Unterwegs/USA

Besuch des 9/11-Memorials

Seit 2001 gehört es leider zu jedem New York-Trip dazu Ground Zero zu besuchen. Wie ich in meinem Bericht zur St. Paul`s Chapel schon berichtet habe, ist die Gedenkstätte nicht frei zugänglich. Laut Homepage muss man sich für eine Bearbeitungsgebühr von 2$ für eine bestimmte Uhrzeit anmelden. Der Eintritt ist kostenlos. Entweder druckt man die Tickets selbst aus oder in der Nähe der Gedenkstätte. Bei uns funktionierte das Buchungssystem nicht und wir riefen deshalb bei der Hotline an. Dort teilte man uns mit, dass wir auch ohne Ticket direkt zum Eingang kommen könnten. Gesagt, getan. Der Eingang liegt ein wenig versteckt, ist jedoch gut ausgeschildert. Vor Ort stellten wir uns in die etwas längere Warteschlange für Besucher ohne Reservierung. Bis zum ersten Stopp dauerte es etwa eine halbe Stunde. Dort erhält jeder eine Eintrittskarte (Wieso, wenn kostenlos?) und hat die Möglichkeit zu spenden (ab 10$ gibt es ein 9/11-Memorial-Armband). Dann standen wir eine weitere halbe Stunde bis zum zweiten Stopp, dem Sicherheitscheck an. Hat man diesen hinter sich, kann man die Gedenkstätte betreten.

Sie ist eine große Freifläche, in der die reflecting pools die Herzstücke bilden. Auf den Grundrissen der Zwillingstürme fließt Wasser vom Rand in die Tiefe des Beckens. Umrandet werden die Becken von einem breiten Kupferband, in das die Namen der 2.983 Opfer gefräst sind.

memorial_becken

Es wird sowohl den Opfer der Terroranschläge von 2001, als auch des Bombenanschlags von 1993 gedacht. Die Sortierung der Namen ergibt sich durch die Orte, an denen sich die Opfer befanden. Auf Wunsch der Hinterbliebenen werden zudem die Opfer entsprechend ihrer Beziehungen zueinander aufgeführt.

memorial_plan

Besonders berührt haben mich die Namen von Frauen und ihres unborn child. Wenn man sich überlegt, dass zu jedem Namen trauernde Verwandte und Freunde gehören, steigt die Zahl der Opfer ins Unermessliche.

memorial_namen

Umgeben ist die Anlage von Bäumen, von denen einer als „Lebensbaum“ bezeichnet wird. Er wurde in den Trümmern gefunden, aufgepäppelt und an der Gedenkstätte als Symbol für Auferstehung und Überlebenswillen eingepflanzt. Ausliegende Flyer (auch in deutsch) informieren über die Historie und den Aufbau des Memorials.

Wie hat mir das Memorial gefallen? Es ist natürlich kein Ort, den man als schön bezeichnen würde, doch ist er sehr angemessen gestaltet. In seiner Einfachheit ist er herrlich unamerikanisch, regt deshalb umso mehr zum Nachdenken an und ist ein würdiger Ort für die trauernden Hinterbliebenen. Ein Besuch des 9/11-Memorials ist definitiv ein Muss, auch wenn der Besuch emotional nicht einfach ist. Aber New York ist eben ein Ort der Gegensätze, der sowohl Höhe-, als auch Tiefpunkte erlebt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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