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Die Amerikaner und das Essen…

… ist ein schwieriges Thema! Einerseits essen wir alle gerne mal Burger, Pizza und trinken all die leckeren Softdrinks. Andererseits wissen wir auch, dass es sich um Junk-Food handelt und dass das bekanntlich nicht soooo gesund ist. Von daher ist ein Aufenthalt in den USA für jeden Fastfood-Fan ein Mekka. Hier ist definitiv das Home of the Whopper und die Cola hat von Atlanta aus die Welt erobert. Ein (längerer) USA-Aufenthalt ist essenstechnisch aber auch gefürchtet. Wieviel werde ich nach zwei Wochen zugenommen haben? Wann werde ich das gute deutsche Brot vermissen? Und bin ich wirklich gezwungen, immer nur Burger zu essen? Ich erinnere mich noch an Schulfreunde, die aus ihrem Auslandsjahr in den USA irgendwie, nun ja, größer zurück kamen…

Zuallerst muss ich sagen: Auch in den USA wird keiner unter Androhung von Strafe gezwungen nur Burger und Chips zu essen! Trotzdem kann eine einigermaßen gesunde Ernährung mitunter recht schwierig sein. Ich bin zwar Vegetarier, aber bestimmt kein Gesundheitsfanatiker. Ab und zu darf es mal was richtig Ungesundes sein. Nachdem ich im letzten Jahr mit viel Sport und bewusster Ernährung einiges abgenommen habe, habe ich dementsprechend keine Lust mir die Kilos wieder anzufuttern. Die USA haben zwar ein gewaltiges Problem mit Übergewicht, aber es gibt auch hier normalgewichtige, sportliche Menschen. Also muss eine gesunde Ernährung möglich sein. Ich bin nun das dritte Mal in den USA und habe jedes Mal andere Erfahrungen gemacht.

2010 war ich in Miami/Florida und ernährungstechnisch war es ein Desaster. In Miami selbst gab es kaum einen vernünftigen Supermarkt, sodass wir mutig (oder eher naiv) und mit der Kraft der Verzweiflung mit dem Bus durch den Stadtteil Little Havanna (der Reiseführer warnte uns davor und er hatte recht) zum nächsten Walmart sind. Wir dachten, dass dies doch ein riesiger Supermarkt sei und Gemüse und Obst im Angebot haben müsste. Wie ist es ausgegangen? Gemüse: Fehlanzeige. Obst: Fehlanzeige. Dafür eine Abteilung für Vitaminpräparate. Es war der Horror.

Aber wir haben nicht aufgegeben. Wisst Ihr, wie man sich nach knapp zwei Wochen ohne Gemüse, Obst und Ballaststoffe fühlt? So labbelig wie eine Scheibe Toast und so teigig wie ein Donut. Aber wer suchet, der findet. So auch wir. Nach langer Zeit entdeckten wir einen Supermarkt, der eine Gemüseabteilung hat! Ich stand da vor den Paprika und habe geweint! Wirklich! Ich war so überglücklich!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

2012 haben wir eine Rundreise durch Nevada und Kalifornien gemacht. Von Las Vegas aus ging es durch die Wüste u.A. nach Santa Barbara (immerhin die Stadt der Reichen und Schönen) und Malibu (Pam Anderson konnte sich in ihrem Baywatch-Badeanzug doch auch keine Burger leisten). Auf dieser Reise sammelten wir sehr unterschiedliche Eindrücke. So ein Road-Trip hat es an sich, dass man sehr weite Strecken durch zum Teil sehr entlegene Winkel zurück legt, in denen man ab und zu auf einen Diner stößt. Diese sind hinreichend aus Filmen bekannt: Man sitzt meistens auf Polsterbänken und kriegt immer weiter Kaffee nachgeschenkt. Das Speisenangebot fällt eher in die Kategorie typical american. Breakfast bedeutet Speck, scrambled eggs, pancakes und toast. Lunch ist hier meist ein burger und mit Käse überbackene french fries.

french fries

Auf der anderen Seite gab es in diesen beiden Bundesstaaten die Schnellrestaurantkette „Sweet tomatoes“ (http://www.souplantation.com/), die ein All-you-can-eat-Salat-Buffet anbietet. Wir haben sie geliebt! Auch in den Supermärkten fanden wir gesunde, zum Teil sehr teure Lebensmittel. So bestand unser Essen meist aus Toast, cheddar und eingelegten Gurken. Alkohol gab es sehr wenig, da er hier sehr teuer ist. Ab und zu etwas Obst (man beachte auf dem Foto die halbe Mandarine für Jeden).

santa barbara

So, nun bin ich in New York. Wie sieht es hier aus? Ich bin absolut positiv überrascht. In dieser Stadt gibt es eben nichts was es nicht gibt. So auch beim Essen! In Manhattan, vor Allem auf der 8th Avenue gibt es unzählige Restaurants, Bars, Pubs, Fast-Food-Schuppen, Supermärkte, Hot-Dog- und Pretzel-Stände. Hier hat man die Qual der Wahl. Gibt es heute Burger bei Wendy`s oder doch die vegetarische Öko-Variante? Muss es heute die Pizza sein oder reicht auch ein Salat? Geht es heute ins Restaurant oder gibt es nur was auf die Hand? Wer hier nichts findet, ist selbst schuld! Für jeden Geschmack und Geldbeutel ist was dabei.

pumpernickel(Hier gibt es sogar Pumpernickel aus Weißmehl: Alles eine Frage der Definition…)

In den nächsten Wochen werde ich Euch immer wieder von guten Essensmöglichkeiten in NYC berichten.

Aber gerade, wenn man eine längere Reise in den USA vorhat, ist Selbstversorgung immer noch die günstigere Alternative. Wie sehen hier die Supermärkte aus? Ich wohne im nördlichsten, eher kleinstädtischen Teil von Newark. Fußläufig sind für uns zwei Supermärkte erreichbar: Pathmark (http://pathmark.apsupermarket.com/) und Stop & Shop (http://www.stopandshop.com/). Beide besitzen eine Gemüse- und Obstabteilung. Und was für eine! Ihr kriegt hier alles was es in Deutschland gibt (sogar schweineteuren Blumenkohl) und noch viel mehr (wie Aloe-Vera-Blätter). Die Lebensmittelpreise sind generell etwas höher als in Deutschland und Frisches ist zum Teil wesentlich teurer. Rindfleisch ist dafür sehr viel günstiger und Softdrinks (so ziemlich alles auch in diet) kriegt Ihr hier für paar Cents pro Liter.

Auch die Amerikaner versuchen mittlerweile etwas auf ihre Linie zu achten: Non-fat Joghurt, 0,0%-Fett-Milch und low-fat-Muffins gibt es fast mehr als regular-Produkte. Dies alles führt dazu, dass wir uns diesesmal (fast) so wie zu Hause ernähren können und glaubt mir: Das tut sowohl dem Körper, als auch dem Geist gut.

clara(Für unser Maskottchen muss es auch mal etwas Ungesundes sein! https://www.facebook.com/clara.sheep.1)

Mein Fazit für New York und Umgebung: Hier findet Ihr alles an Essen, was Ihr wollt. Unter Umständen ist es etwas teurer, aber erhältlich ist es. Nur von Sprudelwasser und knusprigem Brot müsst Ihr Euch hier echt verabschieden! Aber vergesst nicht, dass Ihr im Urlaub seid. Genießt Eure fettige Pizza (am besten vor dem Fernseher), gönnt Euch den Donut zwischendurch und ein Besuch im Diner ist Pflicht.

3 Kommentare zu “Die Amerikaner und das Essen…

  1. Echt interessant.
    Ich habe ja auch das Bild von Burger Läden und ungesundem Essen vor mir, wenn ich an unsere Reise denke…da gruselt es sich auch schon ein wenig.
    Mir ist gesundes und vitaminreiches Essen besonders wichtig, da hoffe ich auf Salat Buffets 😉
    Danke für den Bericht
    Dorothee

    • Hallo Dorothee,
      wie beschrieben ist das Essen zumindest im Großraum NYC recht vielseitig. Ich habe hier schon einige Salatbuffets entdeckt (meist wird nach Gewicht abgerechnet, so um die 8$/500gr). Du wirst bestimmt was finden. Aber schreibe auch gerne nach deinem Urlaub einen Kommentar zu deinen Erfahrungen!
      Caro

  2. Pingback: Abenteuer US-Supermarkt |

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