Caro Columna/Handarbeit/Selbstgemacht

Das „Strickding“ – „Stricken“ für Diejenigen, die nicht stricken können…

… und zu denen zähle ich! Leider, denn ich finde gestrickte Kleidung toll. Dicke Kuschelsocken halten die Füße warm, schier endlos lange Strickschals begleiten mich durch die Wintertage und Strickcardigans gehen irgendwie fast immer. Nur bin ich nicht in der Lage, dies alles selbst zu stricken. Zu groß sind im Moment noch die Hemmungen mir es an Hand von You-Tube-Videos beizubringen, es mir von Mama erklären zu lassen oder, Gott bewahre, Strickbücher zu wälzen. Ich bin nicht ungeschickt, aber wie man mit diversen Stricknadeln, Maschen und Anleitungen etwas herstellen will, das vorzeigbar ist, ist mir schleierhaft.

Deswegen sprang mich letzten Herbst das Angebot von Tchibo an, mit dem „Strickding“ kinderleicht ohne Strickkenntnisse Schals, Stulpen und Mützen herstellen zu können. Ich stürmte in die nächste Filiale und kaufte mir den Strickrahmen für 10, 12 €. Passende Wolle fand ich im Kaufhaus. Diese entpuppte sich in der Nadelstärke 12 als Glücksgriff. Denn was der Kaffeeröster nicht verriet, war, dass man für das Tchibo-Strickding recht dicke Wolle benötigt. Und wie ist das Gewebe? Auf den ersten Blick sieht es tatsächlich für einen Laien wie gestrickt aus. Aber eigentlich ist es eher gehäkelt nach dem Prinzip der Strickliesel, die Einige sicherlich noch aus Kinderzeiten kennen. Es ist  sehr dicht, so dass man einen recht dicken Schal erhält.

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Ist das „Strickding“ nun auch für Strick-Dummies geeignet? Ja, ist es! Zugegebenermaßen ist aller Anfang kniffelig, aber ich hatte schnell den Dreh raus und kam zügig voran. An einem Wochenende produzierte ich einen Schalkragen und einen Loop. Drei weitere folgten.

Die Herstellung des letzten Exemplars möchte ich Euch bebildert vorstellen. Vielleicht kriegt Ihr auch Lust, das „Strickding“ auszuprobieren. Wenn Ihr noch keine stolzen Besitzer seid oder keins ausleihen könnt, ist es auch bei z.B. Amazon oder dem örtlichen Fachhändler in lang oder rund erhältlich. Auch gibt es ein Modell, mit dem man Socken herstellen kann.

 Nun zur Anleitung für einen Loop, den man zweimal umwickeln kann:

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 Ihr benötigt:

Ca. 140m Wolle in der Nadelstärke 12 (10 geht auch, das Gewebe wird dementsprechend lockerer; alternativ könnt Ihr dünnere Wolle doppelt nehmen)

Strickrahmen und Nadel

 Tipp 1: Lasst Euch für die Auswahl der Wolle in einem Fachgeschäft beraten. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Damen dort fachlich auf Grund eigener Strickkenntnisse sehr kompetent sind und sich um den Kunden eingehend kümmern. Meine Empfehlung für Bonner: Wolle Rödel in der Bonngasse. Dort fühle ich mich immer sehr gut beraten.

 1. Schritt: Ihr knotet die Wolle am äußeren Pin so fest, dass etwa 10cm überstehen.

 2. Schritt: Den Faden führt Ihr nun über den äußeren Pin zum 1. Pin unten und zum 1. Pin oben. Nun immer wieder hin und her in 8-Form bis zur gewünschten Breite des Schals.

 Tipp 2: Ich empfehle 10 Pins.

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3. Schritt: Ihr seid nun beim letzten Pin oben angekommen. Von dort aus führt ihr den Faden gerade zum letzten Pin unten zurück und umwickelt diesen erneut. Von dort geht es wieder in 8-Form zurück zum Anfang. Ihr habt nun jeden Pin zweimal umwickelt.

 Tipp 3: Legt den Faden nicht zu straff um die Pins. Ihr werdet sonst Probleme bekommen, die Schlaufen übereinander zu heben, das Gewebe wird zu fest und zieht sich an den Seiten ein.

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 4. Schritt: Das Prinzip ist nun: Die untere über die obere Schlaufe zur Mitte hin zu heben. Dies macht Ihr mit Hilfe einer Art Häkelnadel.

 5. Schritt: Nachdem Ihr nun das erste Mal, die Schlaufen übereinander gehoben habt, wickelt Ihr wieder die Wolle in 8-Form um die Pins, sodass erneut zwei Schlaufen übereinander liegen. Seid Ihr am Ende angekommen, hebt Ihr erneut die Schlaufen übereinander. Nach ein paar Durchgängen könnt ihr den Faden am äußeren Pin lösen und Euer bisheriges Werk begutachten. Ihr verfahrt immer weiter so, bis der Schal lang genug ist.

 Tipp 4: Für Farbverläufe könnt Ihr 1. Wolle mit Farbverlauf benutzen, 2. unterschiedlich farbige Wollknäuel nehmen, deren Fäden Ihr zusammenknotet oder 3. Beides!

 Tipp 5: Für einen Loop solltet Ihr mindestens den zweieinhalbfachen Kopfumfang nehmen.

 6. Schritt: Der Schal ist lang genug und Ihr könnt es kaum noch erwarten ihn Euch umzuschlingen? Dann kommt nun das Abketten. An dieser Stelle bin ich beim ersten Mal schier verzweifelt. Hier ist nämlich Fingerspitzengefühl und Konzentration gefragt. Ihr endet so, dass der Faden wieder am äußeren Pin mit ca. 10cm Rest befestigt werden kann. Nun nehmt Ihr die letzte Schlaufe in der Mitte des Strickrahmens mit der Nadel auf. Das Gleiche mit der vorletzten, dementsprechend die ihr gegenüber liegende Schlaufe. Nun hebt ihr die hintere über die vordere Schlaufe und lasst sie fallen. Ihr habt nun wieder nur eine Schlaufe auf der Nadel. Nun nehmt ihr die nächste Schlaufe auf und verfahrt so bis Ihr alle Schlaufen abgehoben habt.

 Tipp 6: Lasst Euch Zeit! Sollten Euch aus Versehen beide Schlaufen über die Nadel flutschen (das ist mir nicht nur einmal passiert), schmeißt nicht hin, sondern nehmt sie wieder auf.

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 7. Schritt: Am Ende zieht Ihr den überhängenden Faden durch die letzte Schlaufe, die Ihr schließlich fallen lasst. Verknotet den Faden.

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 8. Schritt: Beide Enden näht Ihr mit einem Wollfaden zusammen.

Geschafft!

Ich wünsche Euch viel Spaß!

Caro

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